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Großbritannien öffnet Resettlement-Programm wieder – Deutschland kürzt Mittel für Schutz und Aufnahme

Großbritannien hat Ende September 2026 sein staatliches Resettlement-Programm (UKRS) wieder für neue Vorschläge geöffnet. Nachdem seit Dezember 2024 keine neuen Aufnahmen erfolgt waren, sollen die ersten Flüchtlinge mit besonderem Schutzbedarf noch in diesem Jahr aufgenommen werden. Die Auswahl erfolgt in Zusammenarbeit mit dem UNHCR und dem International Refugee Assistance Project (IRAP). Ein besonderer Fokus liegt unter anderem auf afghanischen Frauen und Mädchen sowie palästinensischen Flüchtlingen.

 

Darüber hinaus plant die britische Regierung drei neue Aufnahmewege auf Grundlage des Community Sponsorship. Ehrenamtliche, gemeinnützige Organisationen, Hochschulen und Unternehmen sollen künftig Flüchtlinge aufnehmen und bei ihrer Integration unterstützen. Die ersten Aufnahmen über Gemeinde- und Hochschulprogramme sind für Herbst 2027 vorgesehen.

 

Während Großbritannien damit neue Perspektiven für Schutzsuchende schafft, zeichnet sich in Deutschland eine gegenteilige Entwicklung ab. Laut einer Pressemitteilung von IRC Deutschland vom 9. September 2026 sieht der Bundeshaushalt 2027 erhebliche Kürzungen bei humanitärer Hilfe, Integration und humanitärer Aufnahme vor. Die Mittel für humanitäre Aufnahme und Resettlement sollen auf 8,2 Millionen Euro sinken. Zudem hat Deutschland bislang keine Resettlement-Aufnahmeplätze für 2027 zugesagt.

 

Die Wiederaufnahme und Erweiterung sicherer Aufnahmewege durch Großbritannien ist ein wichtiger Schritt angesichts des weltweiten Schutzbedarfs. Laut UNHCR benötigen 2027 rund 2,4 Millionen Flüchtlinge eine Neuansiedlung in einem Drittstaat. Umso besorgniserregender ist es, dass Deutschland seine Unterstützung zurückfährt, anstatt mehr Verantwortung zu übernehmen. Sichere Zugangswege und verlässliche Aufnahmeprogramme bleiben für Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Krisen fliehen, unverzichtbar. Es braucht daher eine politische Kehrtwende, damit Schutz nicht von immer knapper werdenden Ressourcen und fehlenden Aufnahmezusagen abhängig wird.

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Di, 20. Oktober 2026

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