Studie zu Lebenssituation und Integrationsperspektiven von Resettlement-Flüchtlingen
Vor etwa einem Jahr berichtete der Münchner Flüchtlingsrat über die damals noch geplante Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Kooperation mit der Universität Bielefeld über den Einfluss und die Wirksamkeit des humanitären Aufnahme- und Resettlement-Programms. Das Forschungsvorhaben läuft seit dem 01.Mai.2024, das Projektende ist für den 30.April.2027 geplant.
Im Fokus der Studie liegt die Frage nach nachhaltigen Teilhabeperspektiven für Resettlement-Geflüchtete sowie einem Vergleich der Lebenssituation der Schutzsuchenden zunächst im Erstzufluchtstaat und nach der Aufnahme in Deutschland.
Befragt werden Geflüchtete, die über das Resettlement-Programm des UNHCR (RST) oder das Humanitäre Aufnahmeprogramm des Bundes in der Türkei (HAP Türkei) seit 2014 nach Deutschland gekommen sind. Ziel ist es, belastbare und repräsentative Erkenntnisse über den Erfolg der Programme zu gewinnen. Bemerkenswert ist dabei, dass in dieser Studie zum ersten Mal so umfassend Daten über Resettlement-Geflüchtete in Deutschland erhoben werden sollen.
Die Untersuchung beleuchtet u.a. die alltägliche Lebensrealität der Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland. Dabei wird insbesondere ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem sowie im sozialen Miteinander betrachtet und analysiert bestehende strukturelle Hürden.
Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, Resettlement in Deutschland und Europa wirkungsvoller und gerechter zu gestalten sowie politische und zivilgesellschaftliche Akteure bei der Weiterentwicklung von Strukturen in humanitären Aufnahmeprozessen zu unterstützen.
Bereits vor einem Jahr kritisierte der Münchner Flüchtlingsrat, dass es für die aufgenommenen Personen wenig verlässliche Strukturen nach der Ankunft in Deutschland gibt und die Menschen nach dem rasanten und einschneidenden Wechsel der Lebensrealität mit dem enormen bürokratischen Aufwand auf sich allein gestellt sind. Zahlreiche Kommunen stellen bislang keine flächendeckende Versorgung sicher.
Vor einem Jahr forderten wir einen Ausbau des Beratungsnetzwerk und verlässliche Strukturen, um Menschen eine erfolgreiche Ankunft in Deutschland zu ermöglichen. Und wir äußerten die Hoffnung, dass diese Kritikpunkte durch die Studie bestätigt würden und die Regierung Schritte einleiten werde, die zur Verbesserung der Situation der RST- und HAP-Geflüchteten beitragen.
Ein Jahr später fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus: Die neue Regierung hat angekündigt, sämtliche Aufnahmeprogramme einzustellen, und bereits inoffiziell das verantwortliche Personal des BAMF aus den Erstzufluchtstaaten abgezogen. Damit wird ein Teil des Untersuchungsgegenstands der Studie untergraben.
Wir fordern daher die unverzügliche Wiederaufnahme und den Ausbau der humanitären Aufnahme- und Resettlementprogramme. Bis zur Wiederaufnahme sollen alle Projekte, die sich mit der Zielgruppe befassen, ohne Einschränkung weiterfinanziert werden.
Weitere Informationen zur Studie:
Weitere Infos zu unserem Projekt:
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Weitere Meldungen
Resettlement Bedarf 2027
Mo, 22. Juni 2026
Laut dem vom UNHCR veröffentlichten Bericht „Projected Global Resettlement Needs 2027“ werden ...
Aussetzung von Resettlement-Programmen hat konkrete Folgen für Schutzsuchende
Mo, 22. Juni 2026
Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2025 wurden die humanitären Aufnahmeprogramme und das ...
